Die Triebeltalwanderung

seit 1981

Zur Geschichte der Triebeltalwanderung

Seit 1979 stellt unser Verein „Wanderfreunde Triebeltal“ einen wichtigen Pfeiler im Wandergeschehen des Vogtlandes dar. Aus der Sportgruppe der BSG Empor Triebel hervorgegangen, gründete sich der Verein 1990 neu. Er ist zur Zeit die mitgliederstärkste Vereinigung im Vogtländischen Gebirgs- und Wanderverein und Mitglied im Deutschen Wanderverband. Wer mehr zur Geschichte erfahren möchte, kann dies unten auf dieser Seite tun.
Der Verein führt für seine rund 85 Mitglieder aus dem gesamten Vogtland jährlich ca. 25 Wanderungen durch. Die Vielfalt unserer Wanderungen erstreckt sich über Tages-, Halbtags-, Morgen-, Nacht-, Ski-, Natur-, Kinder- und Seniorenwanderungen bis hin zu mehrtägigen Wanderfahrten und mehrtägigen Sportwanderungen. Das Wandergebiet erstreckt sich vorrangig auf das Vogtland.
Wer hätte das am 19.7.1981 gedacht, als sich 116 Wanderer bei strömenden Regen von Pirk aus auf die Strecken der ersten Triebeltalwanderung begaben, dass damit der Grundstein einer der erfolgreichsten und beliebtesten vogtländischen Wanderung gelegt wurde. Seitdem findet sie regelmäßig am 3. Sonntag im Juli statt und entwickelte sich inzwischen zu einem wahren „Wandermekka“ in Sachsen.
1981 und 1982 lief die Triebeltalwanderung noch unter dem Titel „Vogtländische Bergwerkswanderung“. Bemerkenswert ist, dass das Synonym der Triebeltalwanderung „Rindimmedim im Triebel rim“ erst im Jahre 1985 zur 5. Wanderung das erste Mal verwendet wurde. Es wurde sozusagen vom damaligen Vorsitzenden Harti Schmidt „erfunden“. Das drückt auf vogtländische Mundart aus, dass „rundherum um Triebel (rum)“ gewandert wird. Die 5 vogtländischen „i“ machen den Begriff noch einprägsamer, als die 4 hochdeutschen „u“.
Den Grundgedanken konnten die Triebeler Wanderfreunde damals leider nicht voll verwirklichen, denn Triebel lag unmittelbar an der 5-km-Sperrzone der damaligen innerdeutschen Grenze (Zonengrenze). Die Strecken führten nur halb um Triebel herrum. Zu DDR-Zeiten hatten die Veranstalter, die Sektion Wandern im Triebeler Sportverein BSG Empor Triebel, zuweilen enorme Probleme mit den staatlichen und anderen Organen, diese Wanderung durchzuführen.
Das Wandergebiet der Triebeltalwanderungen erstreckt sich über die vogtländische Kuppenlandschaft westlich des Elstertales hin bis an das Burgsteingebiet. In südlicher Richtung erreichen die Wanderer über das „Dreiländereck Sachsen – Bayern – Böhmen“ tschechisches und bayrisches Gebiet.
Gewandert wird immer am 3. Sonntag im Juli im Uhrzeigersinn um Triebel herum, nach dem Motto: „Wu’s heier rei gett, gett’s nächstes Goahr widder naus“, so dass erst nach sechs bis sieben Jahren wieder das gleiche Wandergebiet durchstreift wird. Die Streckenlängen betrugen lange Zeit 12, 22 und 32 Kilometer, in früheren Jahren teilweise auch bis zu 42 Kilometer, wobei die wahren Streckenlängen, der nichtdigitalen Vermessung geschuldet, zum Leidwesen einiger Wanderer manchmal auch etwas länger waren.
In den ersten Jahren erfolgte der Start der Triebeltalwanderung immer in Pirk an der Mündung des Triebelbaches in die Weiße Elster. Das Gebiet der Wanderung befand sich im Wesentlichen im unteren Triebelbachtal, über Triebel bis hin zum Tetterweintal bei Gettengrün. Das hatte zur Folge, dass sich früher auf dem idyllisch gelegenen Kirchberg in Triebel ein Kontrollpunkt befand und der wenige Meter entfernte Dorfbäck den Kuchen dorthin frei Haus lieferte.
Den Start in Pirk gab es bis 1990. 1991 wurde die Tour auf dem Wacholderpöhl, dem Gelände des heutigen Meditationszentrums Vissapana gestartet, 1992 am Waldbad Triebel und ab 1993 im Zentrum von Triebel am Kulturhaus. 1989 gab es das erste Mal die geführte Wanderung für Kinder und Behinderte.
Die „Wende“ brachte der Triebeltalwanderung keinen Abbruch. Im Gegenteil, es eröffneten sich völlig neue Möglichkeiten der Streckenführung durch die unberührte Natur an der ehemaligen Grenze, dem heutigen „Grünen Band“. Die Veranstaltung zog nun zusätzlich viele Wandersleut aus dem Fränkischen ins Triebelbachtal.
1996 führte die 32 km Strecke erstmals bei Hranice auf tschechisches Gebiet. Seit diesem Jahr nehmen regelmäßig auch tschechische Delegationen von Wanderern im Rahmen der Euregio Egrensis an unserer Wanderung teil.
Weil zu alten Zeiten die Wanderer aus der ganzen DDR vorzugsweise mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisten, mussten die Veranstalter sehr viele Übernachtungen organisieren. Um die Leute auch an den Vorabenden der Wanderungen ordentlich bei Laune zu halten, fand 1985 der erste „Baudenabend“ als Vorstufe der zukünftigen „Hutzenabende“ statt.
1982 wurde damit begonnen, den Wanderern auch an den Kontrollpunkten Kultur und Musik anzubieten. Ab 1987 spielten an Start und Ziel sowie an allen Kontrollpunkten regelmäßig Musikgruppen auf. Diese Verbindung von Wandern und vogtländischer Folklore zeichnet unsere Triebeltalwanderung seitdem besonders aus.
Die „Hutzenohmde“, am Anfang noch ziemlich spontan mit Musikgruppen untersetzt, entwickelten sich später unter Leitung von Reimund Riedel zu richtigen vogtländischen Volksmusikabenden. Erwähnenswert hierbei ist, dass 1987 Eberhard und Stefanie Hertel in Triebel auftraten. Zur 25. Triebeltalwanderung gab es so einen „Hutzenohmd“ das letzte Mal. Er wird von vielen älteren Wanderern seitdem vermisst.
Zur 35. Jubiläumswanderung 2015 konnten neben den 25-tausendsten Wanderer auch Stefanie und Eberhard Hertel als unsere Gäste begrüßen. Ein unvergessliches Erlebnis für zahlreiche Fans aus nah und fern war die Fanwanderung am Sonnabend mit Stefanie mit den stimmungsvollen Liedern in der Kirche zu Triebel sowie die Kinderwanderung am Sonntag, wo auch das MDR Fernsehen dabei war. Einen ersten Preis errang der Verein im Wettbewerb Sterne des Sports der Volksbank Vogtland.
Seit 2016 können sich die Wanderer alle Strecken im Vorfeld der Wanderung auf der Internetseite des Geoportal des Vogtlandkreises sozusagen digital „reinziehen“.
Im Jahr 2017 führte unser Verein zusammen mit der 37. Triebeltalwanderung den sächsischen Verbandswandertag des SWBV (Sächsischen Wander- und Bergsportverbandes) durch. Es kamen über 960 Teilnehmer nach Triebel, auch 4 Busse mit Wanderern aus dem vogtlandfernen Gegenden Sachsens. Gleichzeitig wurde erstmals eine GPS-Wanderung angeboten, für die wir noch auf größeren Zuspruch hoffen.
Die Teilnehmerzahlen schwankten in den vergangenen 37 Jahren immer zwischen 600 und 1000. Über 1000 Wanderer fanden sich in den Jahren 1989, 1998, 2000 und 2002 ein. Bemerkenswert ist dabei, dass der Rekord im Wendejahr 1989 bei 1089 Teilnehmern lag.
Trotz der demografischen Veränderungen hoffen die ehrenamtlichen Organisatoren des Vereines, dass der Triebeler Wanderung auch in Zukunft nicht die Wanderer ausgehen werden und die Geschichte „Rindimmedim im Triebel rim“ so erfolgreich wie bisher weitergeschrieben werden kann – mindestens bis zur 40. Jubiläumswanderung 2020.

Rainer Ittner
Vorsitzender „Wanderverein Triebeltal“ e. V.